Ratgeber Zahnpflege
Was zwischen zwei Mal Zähneputzen in Ihrem Mund passiert
Zahnbelag bildet sich schneller, als die meisten denken – und er betrifft nicht nur die Zähne, sondern auch das Zahnfleisch. Warum das so ist, was die Forschung dazu weiß und wie eine durchdachte tägliche Pflege aussieht.
Der Mund ist ein eigenes Ökosystem
In unserem Mund leben mehr Mikroorganismen, als man vermuten würde. Forschende haben in der menschlichen Mundhöhle bereits über 700 verschiedene Bakterienarten nachgewiesen1. Die meisten davon sind harmlos oder sogar nützlich – sie gehören zu einem gesunden Gleichgewicht, ähnlich wie im Darm.
Entscheidend ist dieses Gleichgewicht. Solange es stimmt, bleiben Zähne und Zahnfleisch in der Regel unauffällig. Gerät es aus der Balance – etwa, weil sich Belag über längere Zeit ungestört ansammeln kann –, bekommen Bakterien die Oberhand, die Zahnschmelz und Zahnfleisch zusetzen können.
Wie aus Belag ein Biofilm wird
Zahnbelag, in der Fachsprache Plaque, ist keine lose Schicht aus Speiseresten. Es handelt sich um eine organisierte Gemeinschaft von Bakterien, die sich an der Zahnoberfläche festsetzt und sich mit einer schützenden Matrix umgibt. Fachleute sprechen deshalb von einem Biofilm. Und der beginnt sich schneller zu bilden, als viele denken:
Minuten
Ein Schutzfilm entsteht
Kurz nach dem Putzen legt sich ein hauchdünner Eiweißfilm aus dem Speichel auf den Zahnschmelz – das sogenannte Pellikel.
Wenige Stunden
Erste Bakterien docken an
Auf diesem Film siedeln sich die ersten Bakterien an. Mit bloßem Auge ist davon noch nichts zu sehen.
1–2 Tage
Ein Biofilm organisiert sich
Weitere Bakterienarten kommen hinzu und umgeben sich mit einer schützenden Schicht. Dieser strukturierte Belag haftet deutlich fester.
Tage bis Wochen
Aus Belag wird Zahnstein
Bleibt der Belag liegen, können sich Mineralien aus dem Speichel einlagern. Zahnstein lässt sich nur noch in der Zahnarztpraxis entfernen.
Vereinfachte Darstellung. Der genaue Verlauf ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Das erklärt, warum zweimal tägliches Putzen so wichtig ist: Jede gründliche Reinigung setzt diesen Prozess wieder auf Anfang. Gleichzeitig zeigt es, wo die Herausforderung liegt. Zwischen dem Putzen am Abend und am Morgen liegen viele Stunden – und die Bakterien arbeiten auch nachts weiter.
Wenn das Zahnfleisch reagiert
Besonders gern setzt sich Belag dort fest, wo die Zahnbürste schwer hinkommt: am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch und in den Zwischenräumen. Bleibt er dort über Tage liegen, reagiert das Zahnfleisch darauf. Es kann sich röten, leicht anschwellen und beim Putzen bluten. Zahnärztinnen und Zahnärzte sprechen dann von einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis).
Das Tückische daran: Sie tut in der Regel nicht weh. Viele bemerken sie nur an etwas Blut im Waschbecken – und schenken dem keine große Beachtung. Das Ermutigende: In diesem frühen Stadium lässt sich die Situation mit gründlicher Pflege meist gut wieder in den Griff bekommen.
Aus der Forschung
In einer bekannten Studie setzten gesunde Freiwillige die Mundhygiene aus. Innerhalb von 10 bis 21 Tagen zeigten sich erste Reaktionen am Zahnfleisch – nach Wiederaufnahme der Pflege war es innerhalb etwa einer Woche wieder unauffällig.
Diese klassische Untersuchung zeigt zweierlei: wie direkt das Zahnfleisch auf Belag reagiert – und wie viel die tägliche Pflege bewirken kann. Wird ein gereiztes Zahnfleisch dagegen über lange Zeit nicht beachtet, kann sich die Reaktion auf den gesamten Zahnhalteapparat ausweiten. Dann spricht man von Parodontitis, die zahnärztlich behandelt werden sollte.
Was die Zahlen sagen
Die Weltgesundheitsorganisation hat 2022 einen umfassenden Bericht zur Mundgesundheit veröffentlicht. Die Zahlen zeigen, wie verbreitet das Thema ist – quer durch alle Altersgruppen und Länder.
700+
Bakterienarten wurden in der menschlichen Mundhöhle bereits nachgewiesen.1
3,5 Mrd.
Menschen weltweit sind laut WHO von Erkrankungen im Mundraum betroffen.2
≈ 19 %
der Erwachsenen weltweit haben laut WHO eine schwere Erkrankung des Zahnhalteapparats.2
Hinter diesen Zahlen steckt eine gute Nachricht: Ein großer Teil davon hängt mit Faktoren zusammen, die sich im Alltag beeinflussen lassen. Gründliche Mundpflege, regelmäßige Kontrollen und ein bewusster Umgang mit Zucker und Rauchen gehören zu den wirksamsten Stellschrauben.
Kronen, Brücken und Implantate: Zahnersatz will genauso gepflegt werden
Immer mehr Menschen tragen im Laufe ihres Lebens Kronen, Brücken oder Implantate. Zahnersatz selbst kann zwar keine Karies bekommen – das Zahnfleisch drumherum reagiert aber genauso auf Belag wie bei natürlichen Zähnen. Gerade an den Übergängen zwischen Zahnersatz und Zahnfleisch findet Belag gern Halt.
Für alle, die Zahnersatz tragen, gilt deshalb: Die Pflege zu Hause verdient mindestens so viel Aufmerksamkeit wie bei den eigenen Zähnen. Ihre Zahnarztpraxis kann Ihnen zeigen, welche Hilfsmittel für Ihre Situation am besten geeignet sind.
Vorsorge: Was im Alltag wirklich hilft
Die beste Vorsorge ist unspektakulär – und genau deshalb so wirkungsvoll. Diese Gewohnheiten empfehlen Fachleute immer wieder:
Zweimal täglich, zwei Minuten
Morgens und abends gründlich putzen – mit einer weichen bis mittleren Bürste und ohne großen Druck.
Die Zwischenräume nicht vergessen
Zahnbürsten erreichen die Zahnzwischenräume kaum. Interdentalbürsten oder Zahnseide schließen diese Lücke.
Fluoridhaltige Zahnpasta
Fluorid stärkt den Zahnschmelz und gilt als der am besten untersuchte Baustein zur Kariesvorbeugung.
Regelmäßige Kontrolle
Ein- bis zweimal im Jahr zur Kontrolle, dazu bei Bedarf eine professionelle Zahnreinigung.
Zucker bewusst genießen
Häufige zuckerhaltige Snacks und Getränke geben Bakterien laufend neues Futter. Weniger oft ist besser als weniger viel.
Auf Signale achten
Zahnfleischbluten beim Putzen oder anhaltender Mundgeruch sind gute Gründe, die Pflege zu überprüfen und zahnärztlich nachzufragen.
Worauf es bei der Zahnpasta ankommt
Im Drogerieregal stehen Dutzende Zahnpasten mit unterschiedlichsten Versprechen. Wer genauer hinsehen möchte, kann sich an einigen wenigen, gut nachvollziehbaren Kriterien orientieren:
Fluorid
Zahnpasten für Erwachsene enthalten meist 1.000 bis 1.500 ppm Fluorid – 1.500 ppm ist in der EU der Höchstwert für frei verkäufliche Zahnpasta.
Sanfte Putzkörper
Der RDA-Wert beschreibt, wie abrasiv eine Zahnpasta ist. Werte unter 70 gelten als gering bis mittel – schonend für Zahnschmelz und freiliegende Zahnhälse.
Milde Rezeptur
Das Schaummittel Natriumlaurylsulfat (SLS) ist weit verbreitet. Wer eine empfindliche Mundschleimhaut hat, greift oft lieber zu SLS-freien Produkten.
Pflege über das Putzen hinaus
Neue Belagbildung beginnt schon Minuten nach dem Putzen. Interessant sind daher Inhaltsstoffe, die nach dem Ausspülen im Mund verbleiben.
Gerade der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Die zwei Minuten Putzen sind nur ein kleiner Teil des Tages. Eine Zahnpasta, deren Pflege auch danach noch wirkt, setzt genau dort an, wo sich neuer Belag bildet: in den Stunden zwischen zwei Anwendungen.

Unsere Empfehlung
IMPROIC® Zahnpasta
Entwickelt in Innsbruck, in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Innsbruck und Apotheken. Die Rezeptur verbindet bewährten Kariesschutz mit Mikrosilber und pflanzlichen Inhaltsstoffen – für die tägliche Pflege von Zähnen und Zahnfleisch, ebenso wie von Kronen, Brücken und Implantaten.
- Mikrosilber, das nach dem Putzen auf den Oberflächen verbleibt
- 1.400 ppm Fluorid für den Zahnschmelz
- Mit Salbei, Pfefferminze, Vitamin E und Xylit
- Sanft: RDA unter 70, ohne SLS · Made in Germany
Dental Wissen ist ein Informationsangebot der IMPROIC Dental GmbH.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich meine Zähne putzen?+
Empfohlen wird zweimal täglich für etwa zwei Minuten, idealerweise ergänzt um die Reinigung der Zahnzwischenräume einmal am Tag.
Ist Zahnfleischbluten beim Putzen normal?+
Gelegentliches Bluten ist häufig, sollte aber nicht zur Gewohnheit werden. Es ist oft ein Hinweis darauf, dass sich am Zahnfleischrand Belag angesammelt hat. Hält es länger an, lohnt sich ein Termin in der Zahnarztpraxis.
Soll ich nach dem Putzen mit Wasser nachspülen?+
Viele Fachleute raten dazu, die Zahnpasta nur auszuspucken und nicht kräftig nachzuspülen. So bleiben Inhaltsstoffe wie Fluorid länger an den Zähnen.
Brauchen Kronen oder Implantate eine spezielle Pflege?+
Grundsätzlich gelten dieselben Regeln wie für natürliche Zähne. Besonders wichtig sind die Übergänge zum Zahnfleisch und die Zwischenräume. Ihre Zahnarztpraxis kann Ihnen passende Hilfsmittel zeigen.